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Im Mittelpunkt meiner Kunstpädagogischen Konzeption stehen die bildnerischen Gestaltungskurse. In den themenzentrierten Gestaltungskurse dient das Durchdringen eines Themas zur Motivierung, sich auf bildnerisches Gestalten einzulassen. Die Motivation bei den werkstofforientierten Gestaltungskursen setzt bei einer Ästhetisierung von Materialien an.
Die Grundkurse, beispielsweise "Erziehung durch Farbe und Form", sind in mehrere Themenbereiche gegliedert und dienen als Vorbereitung für die bildnerischen Gestaltungskurse.
Kunstpädagogische Konzeption PDF 15KB
Zu meinen pädagogischen Grundsätzen gehören eine ermutigende Haltung, die problemoffene Methode, Motivation und ein kreatives Klima.
Mehr dazu:
Pädagogische Grundsätze PDF 7KB
Ein großes Vorbild ist Gregor Schmid, der einen schülerorientierten Kunstunterricht beschreibt.
Buchtipp: Schülerorientierter Kunstunterricht. Berichte und Arbeitshilfen aus der Praxis der Hauptschule von Gregor Maria Schmid von Don Bosco Medien GmbH (Broschiert - September 1996), gebraucht bei Amazon.de.
In den mbnGestaltungskursen geht es nur zweitrangig um Kunst im Sinne gelungener Bildwerke, es geht um die Ausbildung einer bewussten Wahrnehmungshaltung gegenüber der inneren und äußeren Wirklichkeit und um eine Sensibilisierung der Kinder für die sinnliche Erkenntnis der Welt (1) sowie der Entwicklung ihrer Ausdrucksstärke.
Georg Schmid beschreibt eine Reduktion der geforderten Qualität der Schülerarbeiten im Kunstunterricht:
„In der Konsequenz eines schülerorientierten Kunstunterrichts heißt das, der Lehrer sollte sich zum „ästhetischen Dilettantismus“ bekennen, weil er in dem dadurch gewonnenen Freiraum Schülerideen um so intensiver in den Mittelpunkt rücken kann." (2)
Dabei geht es nicht darum, die Vermittlung bildnerischer Inhalte zu vernachlässigen, sondern um eine Methode der Vermittlung, die die Motive der Kinder einbezieht.
(1) Otto, G., Lernen und Lehren zwischen Didaktik und Ästhetik, 3 Bde., Bd.1: Ästhetische Erfahrung und Lernen, Verlag: Kallmeyer (November 1998), ISBN-10: 3780041901, S. 277-284
(2) Schmid, G.M., Schülerorientierter Kunstunterricht. Berichte und Arbeitshilfen aus der Praxis der Hauptschule, Broschiert: 176 Seiten, Verlag: Don Bosco Medien GmbH (September 1996), ISBN-10: 3769803205, S. 18
Bildnerische Inhalte der mbnGestaltungskurse sind dann auch gestalterische Grundelemente, künstlerische Techniken und Fachbegriffe, Kenntnisse über Materialien (Werkstoffe) und Werkzeuge und die Beherrschung derselben. Sie sind abgerenzt bzw. eingebettet in Sachzusammenhängen und sind Teil einer sachlogischen Struktur im Bereich Bildende Kunst.
Bildende Kunst ist ein Sammelbegriff für visuell gestaltende Künste und unterscheidet sich von den darstellenden Künsten (Theater, Tanz, Filmkunst), der Literatur und der Musik.
Die im künstlerischen Prozess entstehenden Kunstwerke unterliegen ästhetischen Urteilen innerhalb der Gesellschaft, die sich immer in Veränderung befinden. Demnach ist auch der Kunst einem stetem Wandel unterlegen. Der Kunstbegriff erweitert sich fortwährend.
Zur Bildenden Kunst zählen die klassischen Gattungen Architektur, Bildhauerei, Malerei sowie Kunstgewerbe, auch als Angewandte Kunst bekannt. Es haben sich im 20. Jahrhundert neue Ausdrucksformen etabliert. Zur Bildenden Kunst gehören nun auch die Collage, Montage von Raumobjekten, Aktionen und Happenings, Kinetische Objekte, Minimal Art, Concept Art und Prozesskunst und die Computerkunst. Kunst ist ein Kulturbegriff und Ergebnis eines kreativen Prozesses, vom Menschen hervorgebracht. Kunst ist ein Ausdrucksträger und wird hinsichtlich seiner Funktionen in der Gesellschaft von der Wissenschaft, von der Biologie, der Kunstsoziologie, der Psychologie, der Rechtswissenschaft und den Kulturwissenschaften im allgemeinen, hinterfragt. Die Philosophie untersucht die Ergebnisse von Kunst unter dem Begriff Ästhetik als Theorie der sinnlichen Wahrnehmung. Die Psychologie dagegen spricht von Ästhetik als dem Versuch, Beurteilungskriterien zu erfassen, um Kunst (bzw. auch Dinge jenseits von Kunst) als „schön“ oder „hässlich“ zu bewerten.
Die gesellschaftliche Bedeutung von Kunst lässt sich an ihrer Ästhetik, dem Ausdruck und Bedeutungsgehalt festmachen. Gesellschaftlich ist Kunst für Th. W. Ardono (1903-1969) nicht durch die Darstellung gesellschaftlicher Inhalte, sondern durch die Qualität ihrer Form. Denn in der Kunst gibt es nichts „Formales ohne inhaltliche Implikate, und die reichen bis zur Politik“.(1)
Kunstwerke können auch mit therapeutischen Zielsetzungen wirken und entstehen. Im 20. Jahrhundert hat das ästhetische Interesse an der Kinderzeichnung zugenommen. Der „naive Stil“ findet Gefallen und beeinflusst sogar, wie beispielsweise Paul Klee, bedeutende Künstler.
Zur Schaffung von Kunstwerken bzw. Kunstgegenständen braucht es neben den Fertigkeiten des Künstlers, seinen Kenntnissen über Techniken und Verfahren in der Regel Material und Werkzeuge. Diese gut zu kennen ist für den Künstler unabdingbar.
Die Aneignung der Techniken, der Kenntnisse über Materialeigenschaften und Gebrauch von Werkzeugen beginnt beim Bekannten und steigert sich in eine Komplexität über Theorie und Praxis.
Gesetzmäßigkeiten gibt es z. B. in der Farbenlehre und Architektur. Die Aneignung erfolgt in Lernstufen, die das Sammeln von Erfahrungen mit einschließen.
Der Problemgehalt im künstlerischen Prozess liegt eher in der Darstellung eines Inhaltes und entspricht der Visualisierung ohne Vorbild und existierende Beispiele.
Kunst und das Tätigsein mit bildnerischen Mitteln, Techniken und Verfahren hat sowohl Erlebnischarakter als auch Erkenntnischarakter.
(1) Eid, K., Langer , M., Ruprecht , H., Grundlagen des Kunstunterrichts, Taschenbuch: 280 Seiten, Verlag: UTB, Stuttgart; Auflage: 6. A. (Mai 2002), ISBN-10: 3825210510, S.69
Monika Bremer-Nagel