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Öko-Fisch für den Schutz der Meere
Ein Zurechtfinden beim Fischeinkauf ist schwierig, wenn man ökologische Ansprüche hat. Bio und regional sollte der Fisch sein, dann kann man nicht viel falsch machen. Zudem können Öko-Siegel und Fischführer wie von Greenpeace und WWF beim Einkauf helfen, nachhaltige Fischprodukte zu wählen.
Es wird nur so viel gefischt, wie auch wieder nachwachsen kann - das ist nachhaltige Fischerei zum Schutz der Meere und Gewässer!
Bundeskanzlerin Merkel legte dem Kabinett die vom Umweltministerium ausgearbeitete "Nationale Strategie für die nachhaltige Nutzung und den Schutz der Meere" vor. Dass nun endlich zum Schutz der Meere etwas getan werden müsse, scheint nun auch in der Regierung Konsens zu sein. Allerdings fehlt Greenpeace die Angabe von konkreten Schritten zur Verwirklichung der Ziele in diesem Papier. Auch der WWF begrüßt eher nur die Zielrichtung. Es gibt bislang noch kein staatliches Siegel für Öko-Fisch und damit auch keine einheitlichen Kriterien für nachhaltige Fischerei. (Erzeugnisse der Aquakultur, z. B. Fische oder Algen aus der Teichwirtschaft, sowie der Fischerei unterliegen nicht der EG-Öko-Verordnung.)
Die Kennzeichnung von Öko-Fisch ist auch auf EU-Ebene noch nicht geregelt. Die EU-Fischereiminister einigten sich zunächst, die Brüsseler Fischereipolitik bis 2011 zu reformieren. Bio-Fisch gibt es mit verschiedenen deutschen Gütesiegeln, alle mit eigenen Richtlinien, z.B. Naturland für Karpfen, Forellen, Lachse und Saiblinge, Bioland nur für Karpfen, die Verbände Demeter, Biokreis und Gäa allgemein für Aquakultur. Da ist ein Zurechtfinden nicht leicht. Bei Bio-Fisch handelt es sich ausschließlich um Zuchtprodukte.
Einen Anhaltspunkt bietet auch das MSC-Siegel für wild gefangenen Meeresfisch. MSC ist eine Organisation mit Sitz in London, wurde vor ca. zehn Jahren gegründet und ist seit 1999 unabhängig. Wer Fisch mit diesem Siegel kauft, kauft Fisch "aus einer umweltverträglich arbeitenden Fischerei", so MSC. Der Organisation geht es um Fangmethoden, die die Natur der Meere schonen und um geringen Beifang.
Die Kutterfisch-Zentrale GmbH, die ihre Ware vor allem an die "Deutsche See" Fischmanufaktur verkauft, erhielt als erstes Unternehmen das Umweltsiegel MSC. Die Cuxhavener Firma bringt Frischfisch, der per Kutter gefangen wurde, an die deutsche Küste.
Jost Maurin von der taz hat für seinen Artikel "Seelachs wird ein bisschen öko" recherchiert und fragte zur Zertifizierung durch MSC bei den Umweltschutzorganisationen nach. Diese fordern strengere Kriterien, aber freuen sich auch darüber, weil das blaue MSC-Logo mit dem stilisierten Fisch "die beste Alternative auf dem Markt sei" und die "Verbraucher sensibilisiert".
Heimischer Fisch ist immer noch die beste Wahl. Doch welchen Fisch ich wirklich kaufe, kann ich nur mit Wissen um die einzelnen Fischbestände entscheiden. Greenpeace sagt: "Scholle niemals, Hering ab und zu" und gibt mit dem aktuellen Fischführer den Verbrauchern eine Einkaufhilfe an die Hand. Den Fischratgeber 2008 und auch Fischrezeptkarten können Sie bei Greenpeace herunterladen.
Weblinks und Quellen
Hier finden Sie weitere Informationen zu Biosiegeln, Tests und neuesten Entwicklungen:
Naturland - Verband für ökologischen Landanbau e.V.
Greenpeace-Fischführer 2008 Fischratgeber
WWF-Fischführer 2006 Einkaufsführer Fisch
Test Tiefkühlfisch Öko-Test Magazin ( Note gut, z.B. Alnatura Bio Lachs Filets Naturland)
Weitere Nachrichten und Meldungen:
"Wird Merkel Meereskanzlerin?" WWF
"Angela Merkel will die Fische retten" taz
Strategiepapier der Bundesregierung 2008
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