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25. Oktober 2008

Tropische Zucht-Shrimps

Wer heute noch Appetit auf Shrimps hat, wird sich jetzt über das große Bio-Angebot freuen. Tiefgekühlte Bio-Garnelen gibt es z.B. bei Alnatura, Aldi, real, um nur einige Anbieter zu nennen. Zudem sind einige Bio-Ganelen, z.B. von Biopolar[1] von Naturland[2] zertifiziert und kommen aus ökologischer Aquakultur in Ecuador.

Derzeit gibt es noch keine gesetzlichen Bestimmungen über ökologische Aquakultur. Allerdings wurden Richtlinien für Deutschland für die Bio Aquakultur von den ökologischen Anbauverbänden Naturland, Bioland, Demeter und Biokreis in Abstimmung der weltweiten Dachorganisation IFOAM erarbeitet. Nachweislich stehen die Zeichen der Anbauverbände, zum Beispiel das Naturland-Siegel dabei für Bio-Qualität. 1999 wurden die weltweit ersten Öko-Shrimps von Naturland zertifiziert. Sie kommen mittlerweile von den tropischen Küsten in Ecuador, Peru, Vietnam, Indonesien und Brasilien. Der Schutz der Mangrovenwälder ist ein wesentlicher Bestandteil der ökologischen Shrimpzucht. "Die Naturland Richtlinien machen dazu strikte Vorgaben: Das Abholzen der Mangroven ist verboten und die Wiederaufforstung ehemaliger Mangrovenflächen vorgeschrieben."

QUELLE Naturland zum Weltwassertag am 22. März 2006 Bio-Shrimps aus ökologischer Aquakultur: Öko - auch unter Wasser

Während sich die VerbraucherInnen über die Bio-Angebote freuen, sind die Mangroven weiterhin durch Abholzen, durch Anlegen und Ausweitung von intensiv bewirtschafteten Garnelenzuchten gefährdet.

Shrimps

Anfang der 80er Jahre herrschte ein Shrimps-Boom, die Nachfrage konnte durch Wildfang nicht gedeckt werden. Die industrielle Mast in den Mangrovenwäldern an der Westküste Amerikas (Schwerpunkt Ecuador) sowie in Asien (Thailand, Indonesien, Bangladesh) wurde forciert. Mehr als ein Drittel aller weltweit gehandelten Shrimps wird künstlich gezüchtet. Garnelen werden mit Fischmehl gefüttert (pro Kilo Shrimps 3 bis 4 Kilo Fischmehl). Die weltweite Aquakultur von Garnelen hat sich von 1990 bis 2003 auf rund 1,3 Millionen Tonnen erhöht und somit fast verdoppelt. Pro Kopf und Jahr werden in Deutschland 0,6 Kilo verbraucht. Durch das Abholzen der Mangroven wird der Lebensraum vieler Fische und Krebse zerstört. Die Shrimps werden mit Antibiotika behandelt, Fressfeinde und Algen mit Pestiziden bekämpft. Rückstände wurden auch in den exportierten Nahrungsmitteln nachgewiesen. Auch Garnelen aus dem Meer sind auch problematisch: Die Schleppnetze reißen den Meeresboden auf und zerstören die Korallen.

Infokasten Shrimps: Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der taz - die tageszeitung

Darüber muss die Öffentlichkeit weiter informiert werden[3/4]. Die tageszeitung veröffentlichte am 21.10.2008 den eindrucksvollen Artikel über die Vernichtung der Mangrovenwälder unter dem Titel "Abholzen für Shrimps", in dem, neben der ökologischen Katastrophe die verheerenden Folgen für die örtliche Bevölkerung deutlich werden.


Nachtrag

Klimabilanz Zucht-Garnelen von den tropischen Küsten:
Schwerer CO2-Rucksack durch lange Transportwege, ob nun Bio oder Nicht-Bio.


Weblinks und Quellen

Shrimps, Shrimpszucht

Wikipedia.de Garnelen (shrimps)
Wikipedia.de Mangrove (Ökosystem)
FIAN.de FIAN Informationen mit Weltkarte zu den Shrimps-Hauptproduzenten
[1]Biopolar Garnelen
[2]Naturland Richtlinien PDF
Berichte von Projekten, die zum Ziel haben, die Zerstörung des Mangrovenwaldes zu stoppen, die Lebensbedingungen der Bewohner zu verbessern und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren:
[3] Projekt Brot für die Welt Bangladesch SOS – Rettet den Mangrovenwald PDF
[4] Projekt GTZ Vietnam: Mangrovenschutz ist Küstenschutz

Klimabilanz, andere Produkte

Lebensministerium Österreich Der „CO2-Rucksack“ von Lebensmitteln PDF
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