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Massen-Fisch-Zucht - neue Methoden
Wissenschaftler und Umweltorganisationen warnen: Die Meere sind überfischt. Wegen des hohen Bedarfs an Fisch werden Fische zunehmend gezüchtet.
Fischfarmen, die sogenannten Aquakulturen (von Kultur kann da wohl keine Rede sein), entstehen an den Küsten sowie auch im Binnenland und mit ihnen die Probleme. Rund 40% aller Meerestiere, die bei den VerbraucherInnen auf dem Teller landen, stammen aus Aquakulturen.
Gegenüber dem Vorteil, der in der Antwort auf wachsenden Fischkonsum liegt, wiegen die Nachteile der Aquakulturen auf:
- • hohe Besatzdichten in intensiven Zuchten benötigen Antibiotika oder andere Mittel gegen Parasiten
- • Belastung der Gewässer und Ökosysteme der Umgebung durch Abwasser aus Aquakulturen, die auch die menschliche Gesundheit gefährden können
- • Gefährdung der Ökosysteme durch entwichene Fische
- • Krankheiten gehen von den Zucht fischen auf die Wildfische über
- • Anteil Fischmehl und –öl in Fischfutter trägt zur Überfischung bei
Wie der Spiegel berichtet, erforschen Experten wie Farmer neue Möglichkeiten, z.B. Fischfarmen auf hoher See zu errichten. "Eine für die mobile Fischfarm benötigte Gerätschaft hat der Ingenieur Cliff Goudey vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge erfunden. Es ist ein runder Käfig, 20 Meter im Durchmesser - und ausgerüstet mit zwei Schiffsschrauben."
Das ständig den sogenannten Aquapod durchspülende Wasser könnte Seuchen verhindern. Doch das Problem der Fischfütterung bliebe bestehen. "Denn Mastfische werden in aller Regel mit Pellets gefüttert, die ihrerseits aus Fischen hergestellt werden. Um etwa ein Kilogramm Thunfischfleisch zu produzieren, braucht man bis zu 20 Kilogramm Futterfische - und die werden wie bisher mit gewaltigen Netzen vom Grund des Ozeans geräumt." [ebenda]
Neue Methoden, Fische in Massen für den "Welthunger" zu züchten, untersuchen Meeresbiologen weltweit. Fische werden dressiert, "freiwillig" in Netze zu schwimmen, sind sonst frei und versorgen sich selbst. Die Dressur unter Wasser funktioniert so: Die Jungfische werden abgerichtet, vergleichsweise der Pawlowschen Konditionierung, werden dann im Meer ausgesetzt. Nach sieben Monaten sollen die Fische sich noch an das Signal erinnern können. Ein leiser Summton ertönt, sogleich kommen die dressierten Fische herangeschwommen und werden in der vermeintlichen Futterstelle gefangen.
Dass dazu noch viel Forschungsarbeit nötig ist und Versuche laufen müssen, ist klar, aber möglicherweise können in Zukunft Fische artgerechter "gehalten" werden, denn die Massen-Fisch-Zucht bringt wie jede Massentierhaltung veterinär-medizinische und ethische Probleme mit sich. Sollten die neuen Methoden erfolgreich sein, kommt das auch den Wildfischen zu Gute, deren Bestände unbedingt geschont werden müssen. Fangmengen müssen gesenkt werden, sogar der Fang bei einigen Fischarten ausgesetzt werden. Die neuen Fangquoten der EU[1] lassen auf einen Politikwechsel hoffen. Nachhaltige Fischereipolitik[2] ist, wenn nur so viel gefischt wird , wie auch wieder nachwachsen kann es. Dabei sollen alle Beteiligten etwas davon haben, die Fische - die Fischer und die Fischesser.
Weblinks und Quellen
[1] taz 29. Oktober 2008 Quoten für Heringe
[2] Greenpeace.de Nachhaltige Fischerei - Was versteht Greenpeace darunter?
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