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28. Februar 2009

Krabben-Rekord(bei)fang


Die Krabbenfischerei gilt als überaus ertragreich. Der Beifang, der neunfach im Netz zum eigentlichen Krabbenfang der Fischer anfällt, wird zurück ins Meer gekippt. Es sind vor allem Jungfische, die getötet werden und damit gehen die Bestände der Nordseefische bedrohlich zurück. Nur die Möven sind Nutznießer dieser unsinnigen Fangmethoden.

In Dänemark ist die Krabbenfischerei im Wattenmeer, wo sich die Kinderstuben der Nordsee-Fische befindet, schon seit vielen Jahren ganz untersagt. Die Fischer Deutschlands und der Niederlande fangen im Wattenmeer und in der südlichen Nordsee bis zu 85% der von allen Anrainerstaaten an Land gehievten Nordsee-Krabben. Das ist ein riesiges Geschäft. Doch nicht nur Krabben werden in den am Grund entlang geschleppten Netzen gefangen, sondern auch Jungfische. In der WWF-Studie "Nicht nur Krabben im Netz" wird von bis zu 9 kg Beifang auf 1 kg Garnelen ausgegangen. In Studien der EU "wurde ermittelt, dass zukünftige Fänge an Scholle, Seezunge, Wittling und Kabeljau in einem Wert von bis zu 26 Millionen Euro pro Jahr durch den Beifang in der Krabbenfischerei verloren gehen." (WWF-Studie[1]). Das sind die finanziellen Verluste, doch wie sieht es in Zukunft mit der Lebensvielfalt der südlichen Nordsee und des Wattenmeeres aus? Die Fischbestände stehen kurz vor dem Kollaps.

Garnelen gehören zu einer Delikatesse, die mittlerweile von so manchem "Gourmet" auch täglich zum Frühstück auf den Tisch muss. Dieser unsägliche Appetit rechfertigt auf eine obscure Art und Weise in den letzten Jahren Rekordanlandungen von bis zu 38.000 Tonnen.

Es ist bekannt, das tropische Garnelen aus Aquakulturen mit Antibiotika vollgepumt, Mangrovenwälder mit verheerenden Folgen für die Natur und die örtliche Bevölkerung dafür abgeholzt werden. Eine Alternative stellen die Shrimps aus ökologische Aquakultur dar, die allerdings den Welthunger auf Garnelen auch nicht stillen können.

Der WWF hat nun in seiner Studie Vorschläge für das Problem in der Nordsee aufgelistet. "Zu diesen zählen vor allem weitere Verbesserungen der Fangtechnik, die räumliche Schließung von Gebieten mit besonders hohem Beifangaufkommen wie im inneren Wattenmeer, sowie eine Verkleinerung der europäischen Krabbenfischerfotte." (WWF-Studie[1]). Also doch - 'ein klein wenig mehr' Verzicht würde der Nordsee gut tun.


Weitere Artikel zum Thema auf mbnJournal

Tropische Zucht-Shrimps Artikel vom 25. Oktober 2008

Weblinks und Quellen

Organisation, Vereine, Initiativen

[1] WWF-Studie "Nicht nur Krabben im Netz" PDF
WWF WWf Thema: Meerestiere sind kein Müll! Stoppt den Beifang!

Medienberichte, Meldungen

taz "Umweltbelastung für die Nordsee. Ein Kilo Krabben, neun Kilo Müll", 26.02.2009

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