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Hintergrundinfo

zum Artikel Agrarsubventionen für Zuckergiganten, 25. Juni 2009

Stichwort Zucker_


Zucker_verbrauch

Zucker dient als Gewürz und Genussmittel. In den Industriestaaten wird er fälschlicherweise zu den Grundnahrungsmitteln gezählt. Der Weißzucker ist so ziemlich das einzige Lebensmittel, das restlos raffiniert ist und außer leeren Kalorien keinerlei lebenswichtige Nährstoffe, keine Vitamine und Mineralstoffe enthält. 28% der Kohlenhydrate werden in Form von Zucker aufgenommen und 12% der Energiezufuhr stammen aus Zucker. Er gilt als Verursacher vieler Zivilisationskrankheiten wie z.B. Diabetes, Karies, Depressionen bei Entzug und Übergewicht. Zucker hat Suchtpotential, was als Folge des immer steigendem Zuckerverbrauchs in den letzten Jahren immer deutlicher wird.

Die Zuckerwirtschaft entdeckt immer neue Möglichkeiten des Absatzes. Verborgener Zucker ist heute in fast allen Lebensmitteln enthalten. An einem hohen Zuckerabsatz sind eine Vielzahl von Verbänden, Vereinigungen und Gemeinschaften interessiert, z.B. Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ), Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie und Bauernverband. Die speziell für die Werbung zuständige WVZ kann mit Unterstützung der finanzkräftigen Zuckerlobby groß angelegt Werbekampagnen starten. Heute gibt es ein offensiv beworbenes Angebot von Gummibonbons, Kuchen, Limonaden, Saucen, Konfitüren, Schokolade sowie zuckersüßen Erfrischungsgetränken.

34 kg Zucker verbraucht durchschnittlich jeder Deutsche in der Bundesrepublik im Jahr, davon werden nur etwa 6 kg als Haushaltszucker verwendet.


Zuckerkristalle - weißer Zucker | mehr Archiv Fotos

Zucker wird aus Rüben (Anbau in gemäßigten Breiten, z. B. Mitteleuropa) und Zuckerrohr (Anbau in den Tropen) und andere zuckerliefernde Pflanzen, wie Zuckerahorn hergestellt. Zucker gibt es in verschiedenen Körnungen und Sorten, z.B. Gelierzucker, Würfelzucker, Kandiszucker, Vollrohrzucker, ...

Rohr- und Rübenzucker in reiner Form (z.B. Weißzucker) sind in ihren Eigenschaften, auch im Geschmack, identisch.

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http://www.oeko-fair.de/essen-trinken/zucker
Zucker_süß aber sozial und kontolliert biologisch

Streuzucker aus kontrolliert biologischen Anbau, Bio-Rübenzucker oder Bio-Rohrzucker sind in Supermärkten, Bio- und Weltläden erhältlich. Im Produktionsprozess hat Bio-Rübenzucker gegenüber Bio-Rohrzucker keinen technologischen Vorteil und umgekehrt. Es schmecken auch beide Zuckersorten gleich. Das Endprodukt bei der Raffination, der weiße Zucker, hat allerdings auch bei Bio keine Nährstoffe mehr. Der ökologische Wert liegt bei Bio-Zucker in der schonenden Anbaumethode, bei der auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger verzichtet wird. Der Anbau von Bio-Zuckerrüben und Bio-Zuckerrohr kommt gleichermaßen dem Boden zugute. Zur Schadstoffbelastung bei der konventionellen Anbaumethode: Es liegen Meldungen z.B. von Greenpeace vor, wonach indische Umweltschützer Pestizidrückstände im Zucker von Soft-Drinks, z.B. Cola-Cola gefunden hätten.

Die Klimabelastung beim Bio-Anbau von einheimischen Zuckerrüben im Vergleich mit dem von Zuckerrohr z.B. in Paraguay wird von Fachleuten unterschiedlich beurteilt. Der weite Transport aus den tropischen Anbauländern schadet dem Klima, die Öko-Bilanz fällt für Bio-Zuckerrohr also schlechter aus.

Das Fairtrade-Siegel garantiert, dass Rohrzucker-Produkte frei von ausbeuterischer Kinderarbeit hergestellt werden. Am weitesten verbreitet ist Kinderarbeit im wichtigsten Produktionsland für Zucker, in Brasilien. Fairtrade ist kein Biosiegel, sondern ein Sozialsiegel. TransFair, Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der "Dritten Welt" e.V. vergibt vielmehr sein Siegel für fair gehandelte Produkte. Heute sind aber auch ökologische Mindestanforderungen wichtiger Bestandteil der Fairtrade-Standards.

In Deutschland gibt es vorerst noch keine gesetzliche Grundlage für den Anbau von genmanupulierten Zuckerrüben. Am 31.3.2008 hat allerdings das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) Freisetzungsversuche mit Gen-Zuckerrüben genehmigt. Die Firma Planta - Tochterfirma der KWS Saat AG - kann 6.000 Quadratmeter gentechnisch veränderter Zuckerrüben im Jahr zwischen 2008 und 2011 freisetzen. Die genmanipulierte Zuckerrübe "H7-1" ist mit einer Resistenz gegen das Unkrautvernichtungsmittel RoundUp (Hersteller Monsanto) ausgestattet. Damit wird versucht, auch während der Vegetationsperiode mit dem Totalherbizid RoundUp sämtliche Unkräuter zu vernichten. Die gv-Zuckerrübe ist ein "Gemeinschaftsprojekt" von Monsanto (Herbizidtoleranzgen) und KWS (Übertragung des Zuckerrübengenoms).

Sicherheit bietet das Bio-Siegel: Bei der Herstellung von Bio-Produkten ist der Einsatz von Gentechnik verboten.

update: 19.07.2009

Weiterführende Links:

Alles Öko? Verbraucherzentrale Bayern e.V.
Aktiv gegen Kinderarbeit
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
Greenpeace e. V.
TransGen / Bundesverband Verbraucher Initiative e.V.
TransFair / Verein zur Förderung des Fairen Handels
Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. - vzbv

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